Tag 7 (17.2.08)
Leider hat es überhaupt nichts genützt, dass wir unser Essen am Vorabend komplett aufgegessen haben, denn auch heute liegt alles wieder im dichten Nebel.
Wir brechen für unsere Verhältnisse recht früh zu unserem nächsten Ziel "Vallehermoso" auf.
Nach einer guten halben Stunde erreichen wir die ersten Häuser des Örtchens "El Cercado", das am heutigen Sonntag wie ausgestorben wirkt. Trotzdem finden wir eine geöffnete Bar, in der wir etwas Wasser kaufen.
Anschließen steigen wir den Wanderpfad nach "Las Hayas" hinab. Der Nebel ist so dicht, dass es den Eindruck erweckt, der Weg wäre beidseitig von Wänden umgrenzt, doch in Wahrheit geht es zu unserer Linken steil in die Tiefe.
Wenn zwischendurch mal für wenige Augenblicke die Nebelwand aufreisst, lässt sich erahnen, welch atemberaubende Ausblicke sich hier bei freier Sicht auftäten.
"Blick" auf den "Barranco Del Agua" und die ersten Vororte von "Valle Gran Rey"
Für den Weg nach Las Hayas lassen wir uns eine gute Stunde Zeit, denn auch diese Nebellandschaft übt eine gewisse Faszination auf uns aus.
Etwas mehr als einen halben Kilometer hinter dem Zentrum von "Las Hayas" überschreiten wir erneut die Grenze des Garajonay Nationalparks und wandern weiter bis zum Rastplatz "Las Creces".
Laurisilva (Lorbeerwald)
Im Garajonay Nationalpark
Da sich jetzt auch ab und zu die Sonne blicken lässt, lernen wir noch ein anderes, freundlicheres Gesicht des Waldes kennen. Wild und ungezämt bleibt er dennoch.
Knapp 2 km nach dem Rastplatz verlassen wir den Nationalpark und lassen seine letzten Bäume hinter uns. Schlagartig tauchen wir wieder in eine andere Welt ein: Statt Nebel und Wolken empfangen uns nun Sonne und ein strahlend blauer Himmel. Auch die Temperaturen gehen wieder merklich nach oben.
Weit unten im Tal können wir bereits Vallehermoso erkennen, das im Schatten des Roque Cano, einer 652 Meter hohen, sehr auffälligen Felsformation, liegt.
Vallehermoso und rechts darüber der Roque Carno
Nicht nur das Wetter, sondern auch die Fauna ändert sich bei unserem Abstieg wieder, so dass statt Bäumen nun Kakteen bei unserem Einzug nach Vallehermoso Spalier stehen.
Da wir auf Grund unserer gemächlichen Tagesetappen gut in der Zeit liegen, machen wir noch einmal richtig schön lange auf einem Steinplateau Pause und lassen uns die Sonne auf den Bauch scheinen.
Bei dieser tollen Aussicht auf das Tal, den Roque Carno und das dahinter liegende Meer könnten wir wirklich den ganzen Tag hier liegen bleiben.
Roque Carno
Doch es hilft alles nichts. Wir brauchen ja auch noch eine Unterkuft für die Nacht und so nehmen wir den letzten Abschnitt des heutigen Tages in Angriff.
Gegen 16:15 Uhr und nach insgesamt knapp 1000 Höhenmetern im Abstieg erreichen wir den Stadtkern von Vallehermoso. In der Pension/Bar "Amaya" ergattern wir das letzte Zimmer. Es ist zwar klein, aber sauber, und genügt unseren Ansprüchen allemal.
Nach einer erfrischenden Dusche sehen wir uns ein bißchen in dem kleinen Städtchen mit dem zentralen Plaza um, das wir beide als äußerst charmant und friedlich empfinden. Wir finden ein hervorragendes Restaurant, in dem wir den Abend bei frischem Fisch und knackigem Salat ausklingen lassen.
Die Waldläufer