Tag 6 (28.10.05):
Wieder wache ich sehr früh auf. zu Hause war ich nie ein Early Bird, aber hier im Urlaub kann ich selten länger als bis 06.00 Uhr schlafen. Eigentlich ja auch kein Wunder, wenn man um 21.00 Uhr
bereits tief und selig vor sich hin rüsselt.
Das Zeltinnere wirkt sehr sonnig und hell. Die Vorfreude auf die geplante Wanderung auf den Tafelberg lässt uns rasch das Zelt verlassen. Strahlender Sonnenschein. Ein Blick auf den Tafelberg jedoch
lässt die gute Laune rasch verfliegen. Ein dichtes Wolkentuch hängt bereits auf dem Tisch. Da das Wetter im restlichen Kapstadt gut zu sein scheint, entscheiden wir uns erstmal für eine
Stadtbesichtigung. Für morgen war sowieso wolkenloses Wetter angesagt. Nach einer kurzen Horrorgeschichte unserer Wirtin über drei Engländerinnen, die in der Bahn ausgeraubt wurden, nehmen wir das
Auto und fahren zum V&A Waterfront-Einkaufszentrum, wo es Möglichkeiten für kostenlose Parkplätze gibt.
Anschließend machen wir mit einem Touri-Bus eine Stadtbesichtigung. Mir war Kapstadt echt egal und es hätte mir durchaus nur die Wanderung auf den Tafelberg gereicht, aber Anne hatte sich sehr auf
Kapstadt gefreut. Ich kann im Urlaub auf Großstadtstreß gut und gerne verzichten. Ich bin von der Stadtbesichtigung auch nicht besonders begeistert, Kapstadt an sich ist meinem Empfinden nach keine
schöne Stadt, einzig die Lage zwischen Meer und Tafelberg macht aus ihr etwas besonderes. Zwei Stationen unserer Tour haben mich aber dann doch richtig begeistert: Das Two Oceans Aquarium und der
botanische Garten von Kirstenbosch. Sehr schön, wirklich!
Als wir von der Stadtbesichtigung zurückkommen, hat sich das schlechte Wetter auf ganz Kapstadt ausgebreitet. Es wird eine weitere stürmische Nacht in unserem Zelt. Vorher jedoch kochen wir in der
Unterkunft unser Abendessen und unterhalten uns mit den Kids der Jugendgruppe. Es stellt sich heraus, dass sie zu einer Leichtathletikgruppe aus Port Elizabeth gehören und hier in Kapstadt an einem
Wettkampf teilnehmen wollen. Zwei Trainer haben sie auch dabei. Wir sind überrascht, wie wohlerzogen,
offen und freundlich die Kids sind. Auch die Trainer sind wahnsinnig nett und so wird es in gemütlicher Runde ein sehr schöner und ruhiger Abend in der Lodge, während draußen der Wind pfeift und
Regen auf das Zelt trommelt.
Die Waldläufer