Tag 5 (27.10.05):

Der Tag geht nur für die Fahrt nach Kapstadt drauf, wenn auch zugegebenermaßen durch sehr schöne Landschaft.

Zwischen Oudtshoorn und Kapstadt

Erste Zweifel an dem Konzept des Hin- und Rückflugs nach und von Johannesburg tun sich auf. Ein Gabelflug wäre wohl erholsamer gewesen und hätte uns mehr Zeit für Schöneres gebracht.

Am Abend erreichen wir Kapstadt. Nach einem kurzen Besuch im Tourist Information Center, wo wir uns nach dem Wetter für die nächsten Tage erkundigen, machen wir uns auf die Suche nach unserer Unterkunft. Anne hat die Karte und die Beschreibung zum Backpacker's. Sie nennt mir einen Autobahnabschnitt, auf dem die von uns gesuchte Ausfahrt liegen soll. Am Ende der Autobahn, nach gut einer Stunde Stop-and-Go und immer noch ohne ein Zeichen unserer gesuchten Ausfahrt, bitte ich Anne, mir die Beschreibung zu geben. Es ist bereits dunkel geworden und unser Vorsatz, nicht im Dunkeln auf der Straße zu sein, löst sich in Luft auf. Etwas sauer sage ich zu ihr, dass sie vergessen hat zu erwähnen, dass wir die Autobahn hätten wechseln müssen. Bedröppelt sieht sie sich die Beschreibung an und ist erstmal sauer. Ich kann nicht genau sagen, ob sie auf mich wütend ist oder auf sich selbst. Es ist mir zu diesem Zeitpunkt ehrlich gesagt auch egal. Wir fahren also schweigend ein gutes Stück Autobahn zurück und finden schließlich - nach dem Wechseln der Autobahn - die Ausfahrt. Die Unterkunft, in der wir geplant haben zu bleiben, heißt Farm House Lodge im Ould Moule Eco Village. Als wir in das Eco Village fahren, weiß ich im ersten Augenblick nicht, ob das ein Township ist. Autowracks und heruntergekommene Hütten säumen den Straßenrand. Nach kurzer Suche finden wir unsere Unterkunft, um die ein hoher Zaun gespannt ist. "Livin' in a Gangsta's Paradies..." geht mir durch den Kopf. Die Unterkunft selbst sieht recht nett aus und da wir schon sehen, dass es einen privaten Sicherheitsdienst gibt, der durch die Straßen patrolliert, beschließen wir hierzubleiben. Die Sorge, jetzt noch weiterfahren zu müssen und eine neue Unterkunft zu suchen, war auf jeden Fall größer. Auch wenn man die Anwesenheit eines Sicherheitsdienstes durchaus zwiespältig auffassen kann, haben wir es als beruhigend empfunden.

Beim Betreten der Lodge teilt uns die sympathische Wirtin mit, dass sie leider kein Zimmer mehr frei hätte. Macht nichts, wir wollten eh draußen campieren. Dies sei natürlich kein Problem, allerdings sei dieses Wochenende auch eine Jugendgruppe mit ihren zwei Betreuern im Haus. Das Lächeln gefriert mir. Lärmende Jugendliche und Stacheldraht... ja, das Urlaubsparadies schlechthin. Zähneknirschend akzeptieren wir, da auch der Preis für eine Großstadtunterkunft vergleichbar gering ist.

Wieder einmal im Dunkeln bauen wir das Zelt auf und schlafen nach dem Abendessen im Nu ein.